Mit dem Namen Allāhs, des Allbarmherzigen, des liebenden Erbarmers.
Alles Lob und aller Dank gebührt Allāh allein, der in die Tage der Zeit göttliche Gnadenhauche gelegt hat: Wer sich ihnen aussetzt, erlangt Glückseligkeit und Segen. Und ich bezeuge, dass es keinen Gott gibt außer Allāh – ein Zeugnis, von dem ich hoffe, es sei mir Vorrat im Leben wie auch nach dem Tod. Und ich bezeuge, dass unser Meister Muḥammad ﷺ Sein Diener und Gesandter ist, der Vornehmste der Geschöpfe und der Wegweiser zu allem Guten. Allāh segne ihn mit den edelsten Segenswünschen und schenke ihm den reinsten Frieden, ebenso seiner Familie – den Meistern aller Edlen –, seinen Gefährten, den leuchtenden Sternen, sowie ihren Nachfolgern und allen, die ihnen in Güte folgen bis zu dem Tage, an dem die Erde gegen eine andere Erde ausgetauscht wird und ebenso die Himmel.
Danach:
Es sagt der ärmste der Diener vor seinem Rabb, Nidāl ibn Bilqāsim aš-Šāyib at-Tūnisī – möge Allāh ihm sowie seinen Eltern vergeben:
Dies ist eine kurze Abhandlung zur Darlegung dessen, was über den Vorzug der Nacht der Mitte von Šaʿbān überliefert wurde, sowie über die Rechtsgültigkeit, sie mit gottesdienstlichen Handlungen zu beleben und ihren Tag zu fasten – gestützt auf die Aussagen der rechtschaffenen Altvorderen – Möge Allāh mit ihnen zufrieden sein – sowie der Rechtsgelehrten und Gelehrten der vier anerkannten Fiqh-Schulen.
Zugleich ist dies eine indirekte Erwiderung auf jene, die behaupten, den Altvorderen (salaf) zu folgen, dabei jedoch den Muslimen das Weite verengen, sich in Verboten verstricken und jene der Neuerung bezichtigen, die diese Nacht mit bestimmten gottesdienstlichen Handlungen begehen.
Ich habe sie betitelt:
„Die Verkündung der Rechtsgültigkeit der Belebung der Nacht der Mitte von Šaʿbān“
(al-iʿlān bi-mašrūʿīyat iḥiyāʾ laylat niṣf min Šaʿbān)
Und so sage ich – und bei Allāh liegt der Erfolg.
1. Definition dieser Nacht und ihre Bezeichnungen
Die Nacht der Mitte von Šaʿbān ist die Nacht, die zwischen dem 14. und dem 15. Šaʿbān liegt. Ihre bekannteste Bezeichnung ist: die Nacht der Mitte von Šaʿbān (laylat niṣf min Šaʿbān).
Es sind jedoch weitere Namen überliefert; manche führten sie auf dreizehn Bezeichnungen zurück. Zu ihnen zählen unter anderem die Nacht der Lossprechung (laylat al-barāʾa), die Nacht der Bestimmung (laylat at-taqdīr), die Nacht der Erhörung (laylat al-iǧāba) sowie das Fest der Engel (laylat al-malāʾika). Andere führten sie sogar auf zwanzig Namen zurück.
Der Gelehrte as-Sanhūrī hat in seiner Abhandlung al-Kašf wa-l-bayān ʿan faḍāʾil laylat an-niṣf min Šaʿbān die Gründe für diese Benennungen ausführlich dargelegt (al-Kašf wa-l-bayān ʿan faḍāʾil laylat an-niṣf min Šaʿbān, S. 4, Dār Ǧawāmī‘ al-Kalim).
2. Ihr Vorzug
Über den Vorzug dieser Nacht sind zahlreiche Hadīṯe überliefert, darunter authentische, schwache, verwerfliche und auch erfundene.
Der authentischste unter ihnen ist der Hadīṯ:
„Allāh blickt in der Nacht der Mitte von Šaʿbān auf Seine Geschöpfe und vergibt allen außer einem Götzendiener oder einem, der Groll hegt.“
Dieser Hadīṯ wurde von mehreren Gefährten – möge Allāh mit ihnen zufrieden sein – überliefert, darunter Muʿāḏ ibn Ǧabal, Abū Mūsā al-Ašʿarī mit nahezu gleichem Wortlaut –, ferner ʿAbdullāh ibn ʿAmr sowie Abū Ṯaʿlaba al-Ḫušanī mit sinngemäß ähnlichen Formulierungen.
In der Version von ʿAbdullāh ibn ʿAmr ibn al-ʿĀṣ heißt es zusätzlich: „… oder einem Mörder“.
Der Wortlaut von Abū Ṯaʿlaba lautet:
„Wenn die Nacht der Mitte von Šaʿbān eintritt, blickt Allāh auf Seine Diener: Er vergibt den Gläubigen, gewährt den Ungläubigen Aufschub und lässt die Menschen des Grolls in ihrem Groll, bis sie Ihn darum bitten.“
Dieser Hadīṯ wurde von Imām Aḥmad, Ibn Ḥibbān, Ibn Māǧah und aṭ-Ṭabarānī über zahlreiche Überlieferungswege überliefert, die sich gegenseitig stützen, sodass der Hadīṯ in der Gesamtschau als ḥasan einzustufen ist.
Er weist darauf hin, dass diese Nacht einen besonderen Vorzug besitzt, wie es die Imame dargelegt haben.
Zu denjenigen, die den Hadīṯ als authentisch einstuften, zählen unter anderem Ibn Ḥibbān, Ibn ʿAbd al-Barr, al-Munḏirī, Ibn Ḥaǧar, al-Hayṯamī und as-Suyūṭī.
Er wurde von unserer Mutter ʿĀʾiša – möge Allāh mit ihr zufrieden sein – überliefert:
„In der Nacht der Mitte des Šaʿbān lässt Allāh – der Erhabene – Seine Barmherzigkeit zum untersten Himmel gelangen und vergibt mehr Menschen, als es Haare an den Schafen des Stammes Kalb gibt.“
Überliefert von at-Tirmiḏī und Ibn Māǧah mit einer Überlieferungskette, die Schwäche aufweist, jedoch von as-Suyūṭī und al-Munāwī aufgrund stützender Belege als authentisch eingestuft wurde.
Zu den überlieferten Besonderheiten dieser Nacht gehört auch, dass in ihr die Taten des Jahres zu Allāh emporgehoben werden.
Ebenso wird berichtet, dass in ihr die Gebetsrichtung von Bayt al-Maqdis zur al-Masǧid al-Ḥarām geändert wurde – zur Tröstung des Herzens des Gesandten Allāhs ﷺ und als Bekräftigung der ausgewogenen Mitte dieser Gemeinschaft.
Es wurde ferner überliefert, dass sie mit den Worten Allāhs zu Beginn der Sūrat ad-Duḫān gemeint sei: „Ohne Zweifel, wir haben ihn in einer gesegneten Nacht hinabgesandt; wahrlich, Wir sind es, die warnen.“ (ad-Duḫān, 44:3)
Diese Auffassung wird von ʿIkrima überliefert, doch die korrekte Ansicht der Qurʾān-Exegeten ist, dass damit die Nacht der Bestimmung gemeint ist, wie aṭ-Ṭabarī, al-Qurṭubī und andere dargelegt haben.
Der Gelehrte Ibn al-Ḥāǧǧ sagte in al-Madḫal:
„Es besteht kein Zweifel daran, dass sie eine gesegnete Nacht von großem Rang bei Allāh ist. Allāh – erhaben ist Er – sagt: „In ihr wird jede weise Angelegenheit klar festgelegt und entschieden.“ (ad-Duḫān, 44:4)
Die Gelehrten – Allāh erbarme sich ihrer – sind uneins darüber, ob damit diese Nacht oder die Nacht der Bestimmung gemeint ist; die bekanntere der beiden Meinungen ist, dass es die Nacht der Bestimmung ist.
Zusammenfassend gilt: Auch wenn diese Nacht nicht die Nacht der Bestimmung ist, so besitzt sie doch einen gewaltigen Vorzug und reiches Gutes. Die Altvorderen pflegten sie zu ehren und sich auf sie vorzubereiten, sodass sie sie nur erreichte, während sie bereits auf ihr Eintreffen eingestellt waren und ihre Heiligkeit wahrten – so, wie es ihrem Respekt vor den religiösen Symbolen entsprach. Dies ist die rechtmäßige Ehrung dieser Nacht (Ibn al-Ḥāǧǧ, al-Madḫal, Bd. 1, S. 299, Dār aṭ-Ṭurāṯ).
3. Das Urteil über das Nachtgebet der Mitte von Šaʿbān und das Fasten ihres Tages
Die Mehrheit der Gelehrten aus den vier Fiqh-Schulen erachtete es als empfohlen, diese Nacht durch Gottesdienst zu beleben und den Tag der Mitte von Šaʿbān zu fasten.
Erstens: bei den Mālikiten
Imām Ibn Abī Zayd al-Qayrawānī al-Mālikī (gest. 386 n. H.) sagte in an-Nawādir in Überlieferung von Ibn Yūnus:
„Zum Fasten des Monats Šaʿbān wurde ermuntert, und der Prophet ﷺ pflegte in ihm mehr zu fasten als in anderen Monaten. Es wurde gesagt: In ihm werden die Taten erhoben. Und es wurde zum Fasten seines mittleren Tages sowie zum Nachtgebet jener Nacht ermuntert.“
(an-Nawādir wa-z-ziyādāt, Bd. 2, S. 82, Dār al-Ġarb al-Islāmī).
Al-Ḥaṭṭāb ergänzte in Mawāhib al-Ǧalīl:
„Zu den Tagen, zu deren Fasten Ermutigung überliefert wurde und die der Autor nicht erwähnte, gehören weitere Tage, darunter der 27. Raǧab und die Mitte von Šaʿbān.“
(Mawāhib al-Ǧalīl, Bd. 2, S. 406, Dār al-Fikr).
Zweitens: bei den Ḥanafiten
Ibn Nuǧaym al-Ḥanafī sagte in al-Baḥr ar-Rāʾiq:
„Zu den empfohlenen Handlungen (al-mandūbāt) gehört die Belebung der zehn Nächte des Ramaḍān, der beiden Festnächte, der Nächte der ersten zehn Tage von Ḏū l-Ḥiǧǧa sowie der Nacht der Mitte von Šaʿbān.“
(al-Baḥr ar-Rāʾiq, Bd. 2, S. 56, Dār al-Kitāb al-Islāmī).
Drittens: bei den Šāfiʿiten
Al-Qalyūbī aš-Šāfiʿī sagte in seiner Ḥāšiya:
„Es ist empfohlen, die beiden Festnächte mit Gedenken oder Gebet zu beleben – das vorzüglichste davon ist das Gebet der Verherrlichung (ṣalāt at-tasbīḥ). Es genügt der größte Teil der Nacht, und das Mindeste ist das Gemeinschaftsgebet des Nachtgebets (ʿišāʾ) und der feste Vorsatz, das Morgengebet ebenfalls zu verrichten. Gleiches gilt für die Nacht der Mitte von Šaʿbān, die erste Nacht von Raǧab sowie die Nacht zum Freitag, da sie Orte der Erhörung von Bittgebeten sind.“
(Ḥāšiyat al-Qalyūbī, Bd. 1, S. 359, Dār al-Fikr).
Viertens: bei den Ḥanbaliten
Ibn Raǧab al-Ḥanbalī sagte in Laṭāʾif al-Maʿārif:
„Von Imām Aḥmad ist keine explizite Aussage zur Nacht der Mitte von Šaʿbān bekannt. Aus seinen beiden Überlieferungen zum Nachtgebet der beiden Festnächte lassen sich jedoch zwei Auffassungen ableiten: In einer davon hielt er das gemeinschaftliche Gebet in der Nacht nicht für empfohlen, da es nicht vom Propheten ﷺ und seinen Gefährten überliefert ist; in der anderen hielt er es für empfohlen aufgrund der Praxis von ʿAbd ar-Raḥmān ibn Yazīd ibn al-Aswad, einem der Tābiʿīn. Ebenso verhält es sich mit der Nacht der Mitte von Šaʿbān.“
(Ibn Raǧab: Laṭāʾif al-Maʿārif, S. 137, Dār Ibn Ḥazm).
Begründet wird dies unter anderem mit dem bei Ibn Māǧah überlieferten Hadīṯ:
„Wenn die Nacht der Mitte von Šaʿbān eintritt, dann verbringt ihre Nacht im Gebet und fastet ihren Tag.“
Auch wenn dieser Hadīṯ schwach ist, so wird mit ihm im Bereich der Vorzüge von Handlungen argumentiert, da er auf einer Grundlage beruht – nämlich den überlieferten Anspornen des Propheten ﷺ zu gottesdienstlichen Handlungen im Monat Šaʿbān sowie dem besonderen Vorzug dieser Nacht.
Von ʿAlī ibn Abī Ṭālib – möge Allāh mit ihm zufrieden sein – wird überliefert:
„Mir gefällt es, dass ein Mensch sich vier Nächte freihält: die Nacht des Fastenbrechens, die Nacht des Opferfestes, die Nacht der Mitte von Šaʿbān und die erste Nacht von Raǧab.“
Überliefert von Ibn al-Ǧawzī in at-Tabṣira.
Zahlreiche Altvordere pflegten diese gesegnete Nacht zu beleben. Die Bewohner von Šām, darunter Makḥūl und al-Awzāʿī, belebten sie und ermunterten die Menschen dazu.
Ibn Raǧab sagte:
„Die Nacht der Mitte von Šaʿbān wurde von den Tābiʿīn der Region Šām – wie Ḫālid ibn Maʿdān, Makḥūl, Luqmān ibn ʿĀmir und anderen – geehrt, und sie bemühten sich in ihr im Gottesdienst. Von ihnen übernahmen die Menschen ihren Vorzug und ihre Ehrung.“
(Ebenda).
Al-Fākihī erwähnte in Aḫbār Makka, dass die Bewohner Mekkas sich in dieser Nacht versammelten und sie mit gottesdienstlichen Handlungen belebten. Sie pflegten in ihr den Kranken Zamzam-Wasser zu geben, um dadurch Segen zu erlangen.
Der Gelehrte al-Fākihī sagte:
„Erwähnung der Praxis der Bewohner Mekkas in der Nacht der Mitte von Šaʿbān und ihres besonderen Einsatzes in ihr aufgrund ihres Vorzugs: Die Bewohner Mekkas – von früher bis in unsere Zeit – pflegten, wenn die Nacht der Mitte von Šaʿbān eintrat, dass die Mehrheit der Männer und Frauen zur Moschee hinausging. Sie verrichteten das Gebet, vollzogen den Ṭawāf und belebten ihre Nacht bis zum Morgen mit der Rezitation im al-Masǧid al-Ḥarām, bis sie den gesamten Qurʾān vollendeten. Sie verrichteten das Gebet, und wer von ihnen in jener Nacht einhundert Gebetseinheiten verrichtete, in jeder Gebetseinheit die Eröffnungssure (al-Fātiḥa) und Qul huwa Allāhu aḥad elfmal, sie schöpften in jener Nacht Zamzam-Wasser, tranken davon, wuschen sich damit und bewahrten es für Kranke auf, im Streben nach Segen in dieser Nacht.“
Und darüber sind zahlreiche Überlieferungen berichtet worden.
(al-Fākihī: Aḫbār Makka, Bd. 3, S. 64, Dār Ḫiḍr).
Es wurde ferner von einigen der Altvorderen überliefert, dass das Bittgebet in dieser Nacht erhört wird.
Von ʿAbdullāh ibn ʿUmar – möge Allāh mit ihm zufrieden sein – wird berichtet, dass er sagte:
„Fünf Nächte gibt es, in denen das Bittgebet nicht zurückgewiesen wird: die Nacht zum Freitag, die erste Nacht von Raǧab, die Nacht der Mitte von Šaʿbān sowie die beiden Festnächte.“
Überliefert von ʿAbd ar-Razzāq in seinem Muṣannaf sowie von al-Bayhaqī in Šuʿab al-Īmān und Faḍāʾil al-Awqāt.
Imām aš-Šāfiʿī (gest. 204 n. H.) sagte in al-Umm:
„Uns wurde überliefert, dass man zu sagen pflegte: Das Bittgebet wird in fünf Nächten erhört – in der Nacht zum Freitag, in der Nacht des Opferfestes, in der Nacht des Fastenbrechens, in der ersten Nacht von Raǧab und in der Nacht der Mitte von Šaʿbān.“
(aš-Šāfiʿī: al-Umm, Bd. 1, S. 264, Dār al-Maʿrifa).
4. Handlungen der Nacht der Mitte von Šaʿbān
Das nächtliche Gebet und die Belebung dieser Nacht in Einzelandacht sind vorzuziehen; eine kleine gemeinschaftliche Zusammenkunft ist jedoch unbedenklich.
Ein großes Zusammenkommen zu diesem Zweck ist missbilligt, ebenso das Versammeln in Moscheen nach der bekannten Auffassung der mālikitischen Fiqh-Schule, da in dieser Schule umfangreiche freiwillige Gemeinschaftsgebete als unerwünscht gelten, insbesondere an bekannten Orten wie Moscheen.
Sollte jedoch eine Versammlung in den Moscheen stattfinden, so ist die Angelegenheit weit gefasst – so Allāh will –, da dies von einigen der Altvorderen überliefert ist.
Zu den Handlungen dieser Nacht gehören:
- häufiges Gedenken Allāhs
- Rezitation des Qurʾān
- Lauterkeit des Herzens, Vergebung, Rückgabe von Unrecht und Versöhnung – und dies ist die größte ihrer Handlungen
- Vorbereitung auf das Fasten ihres Tages durch das Suḥūr-Mahl und die feste Absicht
- das Gebet der Verherrlichung (ṣalāt at-tasābīḥ)
Der Gelehrte as-Sanhūrī al-Mālikī sagte in seiner Abhandlung al-Kašf wa-l-bayān ʿan faḍāʾil laylat an-niṣf min Šaʿbān:
„Das Vorzüglichste ist, sie mit dem Gebet der Verherrlichung zu beleben, welches der Prophet ﷺ seinem Onkel al-ʿAbbās lehrte.“
(al-Kašf wa-l-bayān).
Zu den erprobten Praktiken der Rechtschaffenen in dieser Nacht gehört es, nach dem Maghrib-Gebet dreimal die Sūrat Yā-Sīn zu rezitieren und nach jeder Rezitation ein Bittgebet zu sprechen:
- die erste Rezitation mit der Absicht eines langen Lebens, danach wird das Bittgebet gesprochen,
- die zweite Rezitation mit der Absicht der Abwendung von Unheil, danach wird das Bittgebet gesprochen,
- die dritte Rezitation mit der Absicht der Unabhängigkeit von den Menschen, danach wird das Bittgebet gesprochen.
Das Bittgebet ist von ʿAbdullāh ibn Masʿūd – Möge Allāh mit ihm zufrieden sein – überliefert, wie im Muṣannaf von Ibn Abī Šayba berichtet wird:
„O Allāh, Du Besitzer der Gunst, dem niemand eine Gunst erweist, o Besitzer von Majestät und Ehre, o Besitzer von Großzügigkeit und Wohltat, es gibt keinen Gott außer Dir. Du bist der Zufluchtsort der Zuflucht Suchenden, der Schutzherr der Schutz Suchenden und die Sicherheit der Furchtsamen. O Allāh, wenn Du mich bei Dir im Urbuch als unglücklich, beraubt, verstoßen oder im Unterhalt eingeschränkt verzeichnet hast, so lösche durch Deine Huld meine Unglückseligkeit, meine Beraubung, meine Verstoßung und meine Einschränkung im Lebensunterhalt und bestätige mich bei Dir im Urbuch als glücklich, reichlich versorgt und zu guten Taten befähigt. Denn Du hast – und Dein Wort ist die Wahrheit – in Deinem herabgesandten Buch auf der Zunge Deines gesandten Propheten gesprochen: Allāh löscht aus, was Er will, und bestätigt, und bei Ihm ist das Urbuch.“
(ar-Raʿd, 13:39)
Mein Gott, durch die höchste Offenbarung in der ehrwürdigen Nacht der Mitte des Monats Šaʿbān, in der jede weise Angelegenheit entschieden und festgelegt wird: Nimm von uns die Prüfungen hinweg – das, was wir kennen, und das, was wir nicht kennen, und das, was Du besser kennst als wir. Wahrlich, Du bist der Allmächtige, der Edelste. Und Allāh segne unseren Herrn Muḥammad ﷺ, den ungelehrten Propheten, sowie seine Familie und seine Gefährten und schenke ihnen Frieden.
5. Werke über diese Nacht
Einige Gelehrte haben dieser Nacht eigenständige Abhandlungen gewidmet, darunter:
- al-Īḍāḥ wa-l-bayān limā ǧāʾa fī laylatay ar-raġāʾib wa-n-niṣf min Šaʿbān von Ibn Ḥaǧar al-Ḥaytamī (gest. 974 n. H.)
- at-Tabyān fī bayān mā fī an-niṣf min Šaʿbān von Mullā ʿAlī al-Qārī (gest. 1014 n. H.)
- Faḍāʾil laylat an-niṣf min šahr Šaʿbān von Sālim as-Sanhūrī (gest. 1015 n. H.)
- Risāla fī faḍl laylat an-niṣf min Šaʿbān von Muḥammad Ḥasnayn Maḫlūf (gest. 1355 n. H.)
- Ḥusn al-bayān fī laylat an-niṣf min Šaʿbān von ʿAbdullāh ibn aṣ-Ṣiddīq al-Ġumārī (gest. 1413 n. H.)
- Laylat an-niṣf min Šaʿbān fī mīzān al-inṣāf al-ʿilmī von Muḥammad Zakī ad-Dīn Ibrāhīm (gest. 1419 n. H.)
Und Allāh weiß es am besten.
Damit ist der Zweck dieser Abhandlung erfüllt, in der Hoffnung, dass Allāh den Lesern Nutzen gewährt. Ich bitte um Bittgebete für mich, meine Eltern, meine Familie und meine Nachkommen.
Wir schließen mit den Versen, die der Gelehrte Ibn Raǧab anführte:
„Wie schön ist das Wort des Dichters:
Steh auf in der ehrwürdigen Nacht der Mitte im Gebet –
die edelste dieses Monats ist eine mittlere Nacht.
Wie mancher Jüngling verbrachte sie in Sicherheit,
während in ihr bereits das Blatt seines Todes niedergeschrieben wurde.
So eile zu guten Taten, ehe sie vergeht,
und hüte dich vor dem plötzlichen Angriff des Todes.
Und faste ihren Tag um Allāhs willen mit guter Hoffnung,
damit du in der Not Seine sanfte Huld erlangst.“
(Ibn Raǧab: Laṭāʾif al-Maʿārif, S. 138).
Und Allāh segne und schenke Frieden unserem Meister Muḥammad ﷺ, seiner Familie und all seinen Gefährten.
Verfasst von dem der Barmherzigkeit seines reichen Rabb Bedürftigen:
Nidāl ibn Bilqāsim aš-Šāyib at-Tūnisī – möge Allāh ihm und seinen Eltern vergeben – in der Nacht zum Sonntag, dem 13. Šaʿbān 1447 n. H., entsprechend dem 31. Januar 2026.
Anmerkung:
Der vorliegende Text stellt eine Übersetzung aus dem Arabischen dar. Die Erwähnung bestimmter Auffassungen und gottesdienstlicher Praktiken bedeutet nicht, dass alle in diesem Artikel genannten Handlungen von den Administratoren selbst praktiziert oder institutionell umgesetzt bzw. befürwortet werden.
Vielmehr wurde der Text aus Gründen der wissenschaftlichen Genauigkeit, der inhaltlichen Vollständigkeit sowie aus Respekt gegenüber den innerhalb der sunnitischen Gemeinschaft vertretenen und überlieferten Meinungen vollständig und unverändert wiedergegeben.
Teile diesen Beitrag!
Abonniere Unseren Newsletter
Verpasse keine Veranstaltung & Neuigkeiten und erhalte alle Infos direkt in dein Postfach
Ähnliche Beiträge:
Während meines Spaziergangs an diesem Morgen froren wieder meine Nase [...]
Zur aktuellen Situation rund um den Fall Abdelhamid: Ich war [...]



